Ein erfolgreiches Zukunftsmodell – Die Zusammenarbeit von Arzt und Kosmetikerin

Kooperation von Arzt und Kosmetikerin

Interview mit Dr. med. univ. Nina Schwaiger, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling und Alina Wechsler, leitende Kosmetikerin der ZEITWUNDER-Institute in Berlin.

Wie sieht für Sie beide eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Kosmetikerin aus?

Dr. med. Nina Schwaiger:
Aus meiner Sicht ist die Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit die Begegnung auf Augenhöhe. Sowohl die Kosmetikerin, als auch der Arzt bringen Know-how mit, von dem der andere extrem profitieren kann. Oft wird angenommen, dass man als Arzt im Bereich der ästhetischen Medizin, ob Dermatologe oder plastischer Chirurg, alles über Haut, Hautpflege und Möglichkeiten der Vorsorge weiß; aber das stimmt nicht immer.

Im Rahmen der Facharztausbildung, insbesondere in der plastischen Chirurgie, lernt man kaum etwas über passende Hautpflege und Behandlungsmöglichkeiten im kosmetischen Bereich.

Da der Trend in Richtung „minimal-invasiver Verjüngungsmaßnahmen“ in den letzten Jahren deutlich zunimmt, wird es als Arzt immer interessanter, Kooperationen einzugehen, um seinen Patienten das „Rund-um-Sorglos-Paket“ anzubieten.

Allerdings sind einige rechtliche Dinge zu beachten, um ein seriöses Auftreten zu haben. Man kann nicht einfach als Arzt mit seinem Spritzenkoffer in ein Kosmetikstudio marschieren und die „Botoxspritze“ zücken. Vor einer Kooperation sollten einige Dinge mit der lokal zuständigen Ärztekammer und den Behörden der Kosmetiker geklärt werden, da es tatsächlich regionale Unterschiede gibt.

Alina Wechsler:
Da kann ich Frau Dr. Schwaiger in allem nur zustimmen. Gegenseitiges Vertrauen ist für mich von fundamentaler Bedeutung. Und als Kosmetikerin sollte man auch über das notwendige Fachwissen verfügen, um sich konstruktiv austauschen und zum Beispiel das richtige Behandlungsprogramm entwickeln zu können.

Die Kosmetikerin profitiert von der Zusammenarbeit, weil sie ihren Kunden ein breites Behandlungsspektrum auf „kurzem Wege“ anbieten kann. Denn gewisse Resultate lassen sich nur mit einer ärztlichen Behandlung erreichen.

Die Allianz mit einem Arzt stärkt Ihre Kompetenz. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit förderlich für die gegenseitige Kundengewinnung und -bindung. Gemeinsame Info-Events zu interessanten Themen mit Live-Vorführungen oder Sprechstunden können ein effektiver Weg sein, um den Klienten beider Seiten die vielfältigen Möglichkeiten der neuen Kooperation zu eröffnen.

Welche 5 Tipps würden Sie einer Kosmetikerin geben, wenn sie eine Kooperation anstrebt? Wie sollte sie konkret vorgehen?

Dr. med. Nina Schwaiger:
Das Wichtigste ist, dass man versucht, seriöse Bedingungen zu schaffen. Das bedeutet natürlich auch Unannehmlichkeiten wie „Gesellschafterverträge“. In diesem Rahmen sollte festgehalten werden, in welcher Form die Kooperation stattfindet, sodass beide Parteien davon profitieren. Nur so kann man eine „befruchtende“ Geschäftsbeziehung eingehen und Probleme von Anfang an vermeiden bzw. reduzieren.

Klären Sie von vornherein, welche Erwartungen der Arzt an eine mögliche Kooperation hat und stellen Sie Ihre Erwartungen auch konkret dar.

Des Weiteren sollte unbedingt vor Abschluss einer Kooperation geklärt werden, wie die finanzielle Regelung aussieht. Haben Sie keine Hemmungen dieses heikle Thema anzusprechen, denn alles was man vorher klärt, verhindert Missverständnisse im Nachhinein.

Für eine gute Kooperation mit einem Arzt, sollten Sie auch die notwendigen Räumlichkeiten anbieten können, da man als Arzt auch bei minimal-invasiven Tätigkeiten, extrem hohe Hygienestandards befolgen muss.

Alina Wechsler:
Wir im ZEITWUNDER behandeln mit medizinisch-orientierten Produkten nach dem wirkung³-Prinzip und arbeiten schon seit vielen Jahren mit Medizinern zusammen. Mein Tipp: Suchen Sie das Gespräch mit Ärzten, deren Portfolio zur Spezialisierung Ihres Kosmetikinstituts passt. Dabei sollten auch die Ansichten über Methoden zur Optimierung des Erscheinungsbildes in eine Richtung gehen. Neben Gesprächen können auch Hospitationen Orientierung bieten. Gehen Sie selbstbewusst an eine mögliche Kooperation heran und sehen Sie sich als ebenbürtigen Partner an.

Wie profitiert der Arzt?

Alina Wechsler:
Für den Arzt bedeutet eine Zusammenarbeit nicht nur die Ausweitung seines Leistungsportfolios, sondern es lassen sich auch Resultate durch eine intensive Vor- und Nachbereitung potenzieren. Bestes Beispiel hierfür ist das Medical Needling. Studien haben bewiesen, dass durch eine mehrwöchige Vorbereitung der Haut mit Vitamin A und das tiefe Einschleusen des Wirkstoffes, bessere Ergebnisse erzielt werden können. Dazu noch die kosmetische Nachbehandlung. Das betrifft natürlich auch andere operative Eingriffe. Die Kosmetikerin führt dann die erforderlichen Gesichts- und Körperbehandlungen oder Lymphdrainagen durch.

Dr. med. Nina Schwaiger:
Das Wichtigste einer guten Kooperation ist wie immer, dass beide Seiten davon profitieren. Als Arzt im ästhetischen Bereich hat man die unterschiedlichsten Patienten mit den unterschiedlichsten Erwartungen. Nicht jeder Patient ist für eine ärztliche Behandlung, ob minimal-invasiv oder chirurgisch, geeignet. Daher braucht man als Arzt zusätzliche Möglichkeiten, die man anbieten kann, um diese Patienten zu halten.

Die meisten Menschen sind empfänglich für Empfehlungen. Diese Patienten kommen meistens dann zurück zum Arzt, wenn die Kosmetik alleine nicht mehr ausreichend ist.

Alina Wechsler

Nina Schwaiger

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